19.8.2017 : 18:34

Bevor der Therapiebegleithund zum Einsatz kommt

sollten folgende Punkte geregelt sein:

1. Das in der Lehre und Pädagogik tätige Therapiebegleithundteam besteht aus

einem Menschen mit pädagogischer Berufsausbildung und seinem Hund, die

zusammen eine beim Berufsverband anerkannte Ausbildung zum Therapiebegleithundteam

absolviert haben. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der

Hund seinem Wesen und Gehorsam nach für die Arbeit geeignet ist, dass beim

Menschen das theoretische Wissen vorhanden ist und dass der Hund in der

Arbeit orientiert an Förderzielen eingesetzt wird. Gegebenenfalls sollte eine

Bescheinigung darüber vorliegen, dass sich das Therapiebegleithundteam in

Ausbildung befindet. Tiergestütztes Arbeiten ist nur dem vom TBD anerkannten

und geprüften Therapiebegleithundteam erlaubt, da eine enge und vertrauensvolle

Bindung zwischen dem Menschen und seinem Hund die Grundlage dieser

Arbeit ist.

2. Vor dem Einsatz des Hundes an einem neuen Arbeitsplatz, sollte eine adäquate

Eingewöhnung des Hundes stattfinden.

3. Das schriftliche Einverständnis der Schulleitung zum Einsatz des Hundes muss

vorliegen. Es muß abgeklärt sein, dass alle Beteiligten (Vorgesetzte, Kollegen,

Schulpflegschaft, hauswirtschaftliches Personal, Hausmeister, Schüler, Eltern...)

über das Team informiert, auf den Hund vorbereitet und mit dem Einsatz einverstanden

sind. Eine Einverständniserklärung der Eltern sollte vorliegen.

4. Es muß abgeklärt werden, ob Allergien einzelnen Schülern bekannt sind. Im

Zweifelsfall oder bei leichteren Allergien kann eine Unbedenklichkeitsbescheinigung

vom Hausarzt vorzulegen sein. Es muß abgeklärt werden, ob Ängste oder

Phobien bekannt sind.

5. Die Klasse ist im wesentlichen mit dem Einsatz des Hundes einverstanden und

die Kinder stehen dem Hund freundliche gegenüber.

6. Bei Schülern mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zum Beispiel einer

Immunschwäche sollte der Hund nur nach vorheriger Absprache eingesetzt

werden.

7. Die Tierhalterhaftpflicht und die Berufshaftpflicht sowie die Gemeindeunfallversicherung

muss darüber informiert sein, dass ein Therapiebegleithund mitgeführt

wird und hat den Einsatz schriftlich bestätigt.

8. Es ist darauf zu achten, dass der Hund bei guter Gesundheit ist und einen angemessenen

Ausgleich von der Arbeit hat. Besonders in Schulen mit mehreren

Hunden ist abzuklären, ob läufige Hündinnen zum Arbeitseinsatz kommen sollten.

9. Der Hund ist Eigentum eines Mitarbeiters der für artgerechte Haltung im Rahmen

des Tierschutzes, also das Wohlergehen des Hundes hauptverantwortlich

ist. Auf keinen Fall sollte der Hund Eigentum der Schule oder des Fördervereins

sein.

10. Es sollten sowohl mit Kollegen als auch mit Schülern, abhängig von Alter und

Entwicklungsstand, klare Regeln für den Umgang mit dem Hund besprochen

werden.

11. Besucher der Schule könnten durch bebilderte Aushäng über die Arbeit des

Hundes informiert werden.

12. Die Kostenübernahme für alle evl. anfallenden Kosten sollte im Vorfeld geklärt

sein. Sichergestellt werden muß die Versorgung des Hundes auch über den Einsatz

als Therapiebegleithund hinaus.

13. Vor dem Einsatz des Hundes sollte ein Termin festgelegt werden an dem eine

erste Evaluation stattfindet, die Erprobungsphase endet und eine Diskussion

mit allen Beteiligten über den weitern Einsatz geführt wird.

        Fortlaufend sollten folgende Punkte immer

                  nachgewiesen werden können:

1. Besucher der Schule könnten durch bebilderte Aushäng und das Zertificat der

bestandenen Therapiebegleithundprüfung über die Arbeit des Hundes informiert

werden.

2. Kommt ein neuer Schüler in die Klasse wird der Einsatz des Hundes sowohl mit

dem Kind als auch mit seinen Eltern abgeklärt.

3. Die gesondert aufgeführten, möglichen Leitlinien im Bereich Hygiene werden

im Bezug auf Dokumentation zum Tier, Zugangsbeschränkungen für Tiere und

allgemeine Hygienemaßnahmen eingehalten.

4. Der Hund bekommt artgerechtes Futter und es stehen ihm ständig frisch gefüllte

Wassernäpfe in verschiedenen Räumen zur Verfügung.

5. Innerhalb des Klassenraumes gibt es einen Bereich in den sich der Hund zurückziehen kann und wo er nicht gestört werden darf.

6. Der Hund ist nie mit einem oder mehreren Schülern alleine. Sollte der Hund in

einem Klassenraum an einem bestimmten Tag oder zu einem bestimmten Zeitpunkt

nicht anwesend sein können, muß ein Aufenthaltsort gefunden sein, wo der Hund sich wohl fühlt und zu dem die Schüler keinen Zugang haben. Auf dem Schulhof, in den Fluren der Gebäude

und bei zufälligen Begegnungen mit

anderen Personen muss der Hund angeleint sein. Ausnahmen bilden gezielte angeleitete Interaktionen zwischen

Hund und Schüler unter Aufsicht des

Hundehalters. Auf dem Schulgelände ist der Hund durch seine Kenndecke für alle als Therapiebegleithund kenntlich gemacht. Für Sehgeschädigte zusätzlich durch ein Glöckchen, damit sie eine direkte akustische Information über die Anwesenheit des Hundes erhalten. Ungewollte Kontakte zwischen Schülern und Hund auf dem Schulgelände sollen vermieden werden. Bei Begegnung mit Sehgeschädigten soll ein möglicher Kontakt vorher angekündigt werden.

Zeigt 7. der Hund Anzeichen von Erkrankungen (z.B. Infektionen) oder ist verhaltensauffällig,

d.h. er

zeigt anderes Verhalten als üblich, wird er vorübergehend nicht in der Schule

eingesetzt und es wird abgeklärt, worauf das Verhalten

des Hundes zurückgeführt werden könnte.

8. Jeder Einsatz des Therapiebegleithundes

findet unter Beachtung des Tierschutzes statt, d.h. auch, dass Stresssymptome oder Überforderung beim Hund

beachtet werden und entsprechend auf diese reagiert wird, dass Ruhephasen

beachtet werden, usw. Der Hund sollte nicht instrumentalisiert werden, und ist nur so einzusetzen, dass für ihn kein Schaden entsteht.

9. Der Hund sollte als Partner des Menschen, in enger Bindung zu diesem, angesehen

werden und in seiner Arbeit durch positive Motivation unterstützt werden.

Zur artgerechten Haltung sollte auch gehören, dass der Hund vor jedem

Arbeitsantritt eine Möglichkeit zum physischer und psychischer Ausgleich hat,

und somit seinem Hundeleben frönen kann, d.h. er hatte die Möglichkeit sich

bei einem ausreichenden Spaziergang zu lösen, zu schnüffeln, mit Artgenossen

zu spielen, sich auszutoben etc. Das Gleiche gilt für die Mittagspause und den

Feierabend.

10. Der Hund sollte an die gängigen Unterrichtsmaterialien und Einrichtungsgegenstände

gewöhnt sein, so dass er sich nicht erschreckt oder Angst hat. Meidet er

nach einer schlechten Erfahrung (z.B. Luftballon in den er hineingebissen hat

und der daraufhin geplatzt ist) diese Gegenstände sollte der Therapiebegleithundführer

den Hund durch langsame Desensibilisierung an diesen Gegenstand

neu heranführen.

11. Der Hund sollte regelmäßig eine Hundeschule oder andere vergleichbare Kurse

besuchen.

Während der Einsätze des Therapiebegleithundes      

sollten folgende Dinge beachtet werden:

1. Der Einsatz des Hundes geschieht

zur Unterstützung der therapeutischen

/pädagogischen Arbeit, für die der Teampartner Mensch ausgebildet ist d.h. der Hund kann

als eine Methode eingesetzt werden,

um im Vorfeld festgelegte therapeutische /pädagogische Ziele zu erreichen.

Dies geschieht zur Sicherung der Qualität der pädagogischen Arbeit, so dass nur qualifizierte Arbeit von Fachleuten erbracht wird. Der Hund ersetzt keinen Lehrer,
Pädagogen oder Therapeut, er kann dessen Arbeit unterstützen, erweiteren, vertiefen und qualifizieren.

2. Schüler die noch unsicher im Umgang mit dem Therapiebegleithund sind, werden

langsam an ihn herangeführt. Bei gruppenpädagogischen Aneboten, sollten

diese Schüler nicht benachteiligt werden.

3. Möchte ein Schüler Kontakt zum Hund aufnehmen sollten hierfür klare Regeln

abgesprochen werden. Die Schüler sollten wissen, wie sie in welcher Situation

Kontakt zum Hund aufnehmen können und sollten hierfür ggf. die Unterstützung

des Therapiebegleithundeführers erhalten. Der Hund läuft in der Klasse

frei herum (solange alle Schüler damit einverstanden sind) und kann von sich

aus Kontakt zu den Schülern aufnehmen. Er hat jedoch in der Klasse eine Rückzugsmöglichkeit,

die von mindestens zwei Seiten begrenzt ist, wo der Hund

nicht gestört werden darf.

4. Leckerli‘s oder sonstige Belohnungen für den Therapiebegleithund werden nur

nach vorheriger Absprache gegeben.

5. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen während

der Ausbildung und hinterher in der praktischen Arbeit und beim Austausch

innerhalb des Berufsverbandes ist wünschenswert.

6. Die Verwendung von Photo und Filmaufnahmen zu dokumentatorischen Zwecken

ist sinnvoll, sollte aber im Vorfeld mit den betroffenen Personen oder deren

gesetzlichen Vertreter schriftlich abgeklärt werden.